Spondylose
Definition
Die Spondylose oder Spondylopathia deformans gehört zum Formenkreis der degenerativen Skeletterkrankungen. Darunter versteht man Erkrankungen,  die mit einem Umbau der normalen Organstruktur (Knochen und Gelenke)  einhergehen. Im Fall der Spondylose handelt es sich um den Abbau elastischer Elemente (Bänder, Zwischenwirbelscheiben) einerseits und knöchernen Zubildungen andererseits. Die Umbauprozesse beginnen in der Regel an der Unterseite der Wirbel.
Diese Zubildungen können erhebliche Ausmaße annehmen und im Seitenbereich der Wirbelkörper bis in die Region der Nervenabgänge hineinreichen. Wenn auch die kleinen Wirbelgelenke oberhalb der Nervenabgänge in das degenerative Geschehen einbezogen sind, spricht man von einer Spondylarthrose. Im Extremfall sind ganze Wirbelsäulenabschnitte durch eine massive Knochenbrücke starr miteinander verbunden .
Formen
Es treten zwei  Spondyloseausprägungen auf, nämlich die Erkrankung des jugendlichen Hundes und die altersbedingte Spondylose:


Spondylosis deformans

Ist eine altersbedingte, degenerative Erkrankung der Wirbelsäule, die bei Mensch und Tier etwa ab der Lebensmitte entstehen kann. Dieser degenerative Prozess wird möglicherweise durch die Einwirkung von Zug -und Druckkräften auf die Wirbelsäule ausgelöst. Mikrotraumen bewirken Verknöcherungen.


Spondylitis deformans

Ist eine rheumatische Erkrankung mit einem entzündlichen Prozess im Bereich der Bindegewebe der Wirbelsäule, die auch in der Jugend auftreten kann. Sie ist gefährlicher als Spondylosis und auffällig häufig beim Boxer zu beobachten. Bei der Spondylitis konnten signifikant Rheumafaktoren bei Blutuntersuchungen nachgewiesen werden. Befunde der Spondylose werden in 5 Grade eingeteilt (0. – IV. Grad). Bei der Spondylose ist der Bandapparat entlang der Wirbel betroffen.
Man kann sagen, dass im Laufe des Lebens Knochen permanent umgebaut werden, was sich auf die Entwicklung der Spondylose nachteilig auswirkt. So können sich Knochenzacken der Wirbel (Papageienschnäbel, I. + II. Grad) zu isolierten Brücken (III. Grad), diese zu geschlossenen Knochenplatten (Bambuswirbelsäule, IV. Grad) verbinden. Zwischen den Wirbeln treten viele Nervenfasern heraus. Die grossen Schmerzen werden durch eine extreme Reizung solcher Nervenfasern hervorgerufen. Während eine Spondylose im Übergang von Brustwirbeln zu Lendenwirbeln den Hund stark behindert, ist dessen Beeinträchtigung bei Spondylose zwischen Lendenwirbeln und Kreuzbein nicht so stark.
Röntgenbilder im Vergleich:

Wirbelsäule ohne Spondylose

Wirbelsäule mit Spondylosen
Ursachen
  • genetische Disposition
  • Zucht von unnatürlichen Körperformen
  • Umwelteinflüsse
  • Traumata
  • zu starke Belastung über einen längeren Zeitraum
Symptome
Die Ausprägung klinischer Symptome variiert in Abhängigkeit vom Alter bzw. Stadium der Krankheit.

Folgende Symptome sind möglich:
  • Versteifungen und Schmerzen im Rücken
  • Schwierigkeiten beim Hinsetzen, Hinlegen und Aufstehen, beim Treppensteigen - bzw. runterlaufen, beim Springen und Toben usw.
  • erkrankte Hunde bleiben am liebsten liegen, finden aber nicht leicht die richtige Position
  • teilweise wölbt der Hund den Rücken, um so die Wirbelsäule zu entlasten
  • Lahmheiten aufgrund der Schmerzausstrahlung vom Rücken
  • Veränderung des Ganges
  • schlaffe Hinterhand, Zittern in den Hinterbeinen
  • Instabilität im Stehen, Umfallen des Tieres
  • falsche Stellung einer oder beider Hinterpfoten
  • Schleifen die Krallen auf dem Boden
  • Heben der Hinterpfote im Stehen und/oder beim Laufen
  • Schwächerwerden der Gesäßmuskeln
  • Inkontinenz, Harnträufeln
  • Agressionen und/oder Depressionen, Angst, allg. Verhaltensänderungen
  • plötzliches Aaufschreinen beim Spielen und bei manchen Bewegungen
Diagnostik
  • häufig Zufallsbefund
  • seitliches Röntgen der Wirbelsäule
Therapie
akuter Spondyloseschub
  • Verabreichen von entzündunghemmenden Medikamenten z.B. Cortisonpräparate
  • Analgetika und nicht-steroidale Antiphlogistika z.B. Metacam, Rimadyl
  • Bewegung sehr Einschränken
  • Verabreichen von homöopathischen Mitteln (z.B. Traumeel, Steirocall, Rhus Toxicodendron D 12)
  • Verabreichen von MSM

 

kontinuierlich

  • Verabreichen von Vermiculite D6 (ein Mineral, welches sich positiv auf den gestörten Kalkhaushalt in den Knochen auswirkt)
  • Zufüttern von Grünlippenmuschelextrakten und gegebenenfalls auch Vitamin B
  • Akupunktur / TTouch / Massage
  • Rücken warm halten
  • Rotlichtbestrahlungen
Vorsichtsmaßnahmen
zu vermeiden sind alle Situationen bei denen der Rücken stark beansprucht wird, z.B.:
  • möglichst keine oder wenig Treppensteigen
  • kein Ball oder Stöckchen werfen (das abrupte Losrennen und Abbremsen ist Gift für den Rücken) kein wildes Toben mit anderen Hunden
  • Übergewicht vermeiden
  • kein Hoch- und Weitspringen
  • kein Hochsteigen/Anspringen
  • bei feuchtem oder Regenwetter den Rücken des Hundes gründlich trocken reiben oder trocken föhnen, Regendecke verwenden
  • keine deckartigen Bewegungen zulassen (beritten werden oder selbst auf andere Hunde aufreiten)
  • harter Kot mit schwierigem Kotabsatz ist zu vermeiden
 

Quellen: www.unser-bunter-hund.de, www.harzerfuchs.net

 

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