Kupiervorgang bei den Ohren
Das Kupieren der Ohren wird in der Regel im Alter von 7-14 Wochen durchgeführt. Dies erfolgt in Vollnarkose. Dabei wird das Ohr in einer sog. Kluppe, einer Metallklemme eingeklemmt. Diese gibt die spätere Form des Ohres. Vor dem Einklemmen in der Kluppe müssen die Ohren genauestens abgemessen werden, damit gleichgroße Ohren geschnitten werden. Wenn das Ohr später stehen soll, muss mindestens 2/5 der gesamten Ohrlänge abgeschnitten werden. Nachdem das Ohr beschnitten wurde, werden die Ränder vernäht, damit sich ein Wundrand bildet. Die Ohren werden dann unter Spannung über den Kopf des Hundes mit Klebeverband befestigt, damit sich die Wundränder nicht zusammenziehen können und somit die neue Form der Ohren zerstört wird.

Nach dem Eingriff sollte aufgrund der Infektionsgefahr eine adäquate Antibiotikatherapie durchgeführt werden und postoperativ eine angemessene Schmerztherapie.

Dieser Vorgang ist sehr langwierig, für den Hund und den Besitzer. Wie lange man dieses Verfahren anwenden muss, um die Ohren zum Stehen zu bringen hängt von Größe und Form der kupierten Ohren und nicht zuletzt vom Ohrtyp des einzelnen Hundes ab.
Aufgrund von falsch angelegten Kluppen, zu lang oder zu schmal geschnittenen Ohren oder nicht sachgerecht durchgeführtem Hochbinden gibt es manchmal Schwierigkeiten. Es kann passieren, dass entweder nur ein Ohr steht oder beide Ohren nicht zum Stehen kommen. In solchen Fällen sind erneute Korrekturoperationen notwendig, wie z. B. das Einsetzen von Silikonstäbchen in das Ohr zur Stabilisierung, ebenso werden Muskelstraffungen am Kopf oder Hautentfernungen durchgeführt.

Es versteht sich von selbst, dass das Kupieren der Ohren abzulehnen ist. Es ist eine absolut überflüssige Qual für den Welpen!

 

Das Verbot
In Deutschland ist das Kupieren der Ohren seit 1987 verboten. Die Ausnahme bilden hier Amputationen aus medizinischen Indikationen (z.B. Tumore) und jagdliche Nutzung des Hundes (was beim Dobi wohl nicht zutrifft).
Dieses Kupierverbot gilt auch dann, wenn der Eingriff in den Ländern durchgeführt wird, wo dies noch erlaubt ist. In die Schweiz und einigen anderen europäischen Ländern dürfen kupierte Hunde auch nicht mehr eingeführt werden (Ausnahmen sind Kurzbesuche von Ausländern, ein Nachweis der Amputation infolge medizinischer Indikation oder nachweisliches Kupieren vor Inkrafttreten der Bestimmungen).

"Das Kupieren der Ohren eines Dobermann fügt dem Tier langanhaltende  Schmerzen zu, die nicht auf einem vernünftigen Grund beruhen. Die  Maßnahme ist deshalb tierschutzwidrig und strafbar. Dies gilt auch dann,  wenn der Eingriff an den Ohren nicht in Deutschland, sondern im Ausland vorgenommen wurde, wo dies noch erlaubt ist. Denn wer seinen Hund nur deshalb kurzfristig ins Ausland bringt, um dort die Ohren kupieren zu lassen, macht sich strafbar, weil der Hund die Schmerzen nicht nur unmittelbar beim Eingriff hat. Diese Schmerzen dauern vielmehr noch mehrere Wochen während der Nachbehandlung (2-4 Wochen) an. Ein vernünftiger Grund für das Kupieren der Ohren liegt im Sinne des Tierschutzgesetzes nicht vor."

(AG Neunkirchen, Az. 19.536/93).
 

Quelle: www.wikipedia.de

 

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