Eddie`s DCM Verlauf
28.02.07
Eddies`s erste Synkope
An diesem Tag hat Eddie uns den ersten richtig großen Schrecken eingejagt. Alles war wie immer. Nach dem Training spielten wir noch etwas Ball mit unserem Grauen. Er holte begeistert sein Bällchen. Plötzlich und völlig unerwartet sackte Eddie vor unseren Füßen bewußtlos zu Boden. Er lag absolut reglos da und wir gerieten natürlich in Panik. Ich dachte - jetzt ist alles aus, er ist tot. Mein Freund schnappte ihn und wir fuhren in die 5 Minuten entfernte Tierklinik. Auf dem Weg dorthin kam Eddie wieder zu sich. Er wirkte aber sehr erschöpft und durcheinander. Die Tierärzte nahmen Blut ab, machten einige Aufnahmen von Thorax und Abdomen und empfahlen uns nächsten Tag einen Herzultraschall machen zu lassen - nur um eventuelle herzbedingte Ursachen ausschließen zu können.

Zu diesem Zeitpunkt tippten sie auf einen epileptischen Anfall und gaben uns für zu Hause zwei rektal Ampullen Diazepam mit.

Eddie`s Herz am 28.02.07:
Das Herz war zu diesem Zeitpunkt noch normal groß. Es gab keine Auffälligkeiten im Röntgen.

Die Blutuntersuchung war ebenfalls ohne Befund.
 
01.03.07
Herzultraschall und EKG in der Tierklinik Rostock
Einen Tag nach Eddie`s Synkope sind wir gleich morgens gegen 8.00 Uhr mit ihm in die Tierklinik zur Sonographie gefahren. Die Tierärztin diagnostizierte, dass Eddie`s Septum bereits etwas verdünnt wäre, aber noch nicht pathologisch. Herzgröße und Herzkontraktion waren physiologisch. Das EKG war unauffällig. Nächster Kontrolltermin sollte in einem halben Jahr sein, da es sein könnte, dass er Dobermanncardiomyopathie hat. Die Tierärztin folgerte aus diesen Ergebissen, dass es sich nicht um eine herzbedingte Synkope gehandelt haben kann.
Die Ultraschallaufnahmen vom 01.03.07:
Alarmiert von diesem Verdacht vereinbarten wie mit der LMU München einen Termin mit Eddie für die DCM - Studie.
 
18.04.07
Erstvorstellung von Eddie in München
Der Termin für Eddie`s Untersuchung war um 11.00 Uhr. Pünktlich wurden wir aufgerufen. Zuerst wurde das Gewicht ermittelt. Danach erfolgte eine eingehende Untersuchung aller Vitalwerte. Außerdem wurden wir nach Eddie`s Allgemeinbefinden befragt. Anschließend wurde unserem Grauen noch ein Röhrchen Blut aus der Halsvene entnommen, bevor es zum Herzultraschall ging. Auch in München war der Herzultraschall unauffällig - das Langzeit-EKG sollte für mehr Aufschluss sorgen.
Eddie mit Holter - EKG im englischen Garten:
 
27.04.07
Anruf aus der Kardiologie München
Mit 55 ventrikulären Extrasystolen und 2 Couplets ist Eddie verdächtig für das Vorliegen einer Dobermannkardiomyopathie im okkulten Stadium. Eine Medikation ist zu diesem Zeitpunkt nicht notwendig. Die Kontrolluntersuchung soll in 6 Monaten stattfinden.

Sonographisch konnte eine geringradige Trikuspitalklappeninsuffiziens festgestellt werden.

Auswertung der Echokardiographie vom 18.04.07:
 
Auswertung des Langzeit - EKG vom 18.04.07:
Wir waren erleichtert, dass die Auswertung so positiv ausgefallen war und hofften, dass es bei einem Verdacht bleiben würde.
 
11.12.07
Kontrolltermin in München
Unser Termin war diesmal um 10.00 Uhr. Der Ablauf war derselbe, aber diesmal mit niederschmetterndem Ergebnis. Bereits beim Abhören mit dem Stethoskop waren die Extrasystolen zu hören. Beim 5 Minuten - EKG hatte Eddie schon über 130 Extrasystolen und beim Ultraschall war das Herz vergrößert und die Kontraktionsfähigkeit vermindert. Wir waren erschüttert. Die Tierärzte gaben unserem Eddie eine Prognose von noch maximal einem Jahr. Der plötzliche Herztod könne aber bereits jeden Moment eintreten. Zur Therapie erhielten wir das Herzmedikament VETMEDIN. Eddie`s Dosis waren 2 x 2 Tabletten täglich. Wir begonnen noch an diesem Abend mit der Tablettengabe.

Wir konnten es einfach nicht glauben - wie kann diese Krankheit so schnell fortschreiten?
 
12.12.07
Eddie verträgt Vetmedin nicht
Eddie musste in dieser Nacht über 10 mal erbrechen und auch morgens ließ seine Übelkeit nicht nach. Nachdem auch Blut im Erbrochenen zu sehen war beschlossen wir ihn in unserer Tierklinik vorzustellen. Dort erhielt er Vomex i.v. und Ranitidintabletten als Magenschutz sowie Ulcogantsaft. Am gleichen Tag telefonierten wir mit München um den weiteren Verlauf der Therapie zu besprechen. Dort wurde uns geraten erstmal ein paar Tage mit der Vetmedingabe zu unterbrechen und es dann noch einmal zu versuchen.
 
16.12.07
Eddie ist tot
Unser Eddie verstarb um 16.00 Uhr im Wald beim Ball spielen. Alles endet so wie es angefangen hat. Eddie fiel einfach um und kämpfte noch mit dem Tod. Wir haben versucht ihn zu reanimieren, aber es war sinnlos. Er verstarb in unseren Armen. Als er zusammensackte, dachte ich - dass ist nur eine Synkope, gleich kommt er wieder zu sich und wir können gemeinsam nach Hause gehen...
Wie lange sein Todeskampf gedauert hat kann ich nicht sagen - vorgekommen ist es mir wie Stunden - in Wahrheit dürften es nur Minuten gewesen sein. Niemand kann sich vorstellen wie grausam es gewesen ist.
Wir trugen seinen leblosen Körper nach Hause.

Dieses Foto entstand ca. eine halbe Stunde vor Eddie`s Tod:


Man hat ihm nichts angemerkt - alles war wie immer.
 
17.12.07
Anruf aus der Tierkardiologie München
Echokardiographie vom 11.12.07:
Subjektive Befunde: mäßige Globalfunktion, linker Ventrikel volumenüberladen, Kammerdimensionen des rechten Ventrikels physiologisch, linkes Artrium normal groß, rechtes Artrium normal groß.
Ultrasonographisch sind die Befunde wesentlich schlechter als bei der letzten Untersuchung. Der linke Ventrikel ist volumenüberladen und die Kontraktilität ist reduziert.

Im 5-Minuten-EKG zeigen sich bereits 132 ventrikuläre Extrasystolen.

Auswertung des Langzeit - EKG vom 11.12.07:

10784 ventrikuläre Extrasystolen
22 Salven (mehr als 3 ventrikuläre Extrasystolen hintereinander)
20 Couplets


Die Extrasystolen liegen sehr dicht an den vorhergehenden Komplexen. Es besteht die Gefahr, dass Kammerflimmern entstehen kann!

 

BACK